Wasserstoff-Kostenrechner
Elektrolyse in Deutschland · Stundenrechnung über drei Wetterjahre

Was kostet ein Kilogramm Wasserstoff aus Wind und Sonne?

Der Rechner lässt eine Elektrolyse Stunde für Stunde laufen: gespeist aus einem Wind- und PV-Verbund über eine Direktleitung, aus dem Netz zu Börsenpreisen oder vereinfacht über Volllaststunden. Er zeigt, was ein Kilogramm Wasserstoff kostet, wovon das abhängt und was Anlagengröße, Technik, Batterie und Flexibilität daran ändern.

So rechnet der Rechner
  • Wetter: stündliche Reanalysedaten (ERA5) 2023–2025 für drei Standorte. Wind wird von 100 auf 165 m Nabenhöhe hochgerechnet, über eine Leistungskurve in Strom umgesetzt und auf die eingestellten Volllaststunden kalibriert; PV wird mit pvlib aus Strahlung und Temperatur berechnet und ebenso kalibriert.
  • Fahrweise: Die Elektrolyse nimmt zuerst Wind und PV direkt, dann die Batterie, dann Netzstrom, wenn er zugelassen und billiger als die Preisschwelle ist. Unter der Mindestlast steht sie still. Überschuss wird zum Börsenpreis der Stunde verkauft, wenn der Preis die Vermarktungskosten übersteigt, sonst abgeregelt.
  • Elektrolyseur: Teillastkennlinie aus Zellspannung und festem Eigenbedarf, Alterung als mittlerer Mehrverbrauch, Anlaufverluste nach Kaltstarts, Stacktausch nach Betriebsstunden.
  • Kosten: Annuität der Investition, fixe Betriebskosten, Stacktausche, Batterie, Direktleitung, Wasser und Strom je nach Bewertung (siehe „Was die drei Bewertungen bedeuten“). Ergebnis: Jahreskosten der drei Wetterjahre geteilt durch die erzeugte Menge.
  • Jahr der Inbetriebnahme: heute, 2030 oder 2035 setzt Investitionen, Technikwerte, Abgaben und Vergleichspreise auf die Vorgabe des Jahres (siehe „Was sich mit dem Jahr ändert“); Wetter und Börsenpreise bleiben die der Jahre 2023 bis 2025.
  • Nicht enthalten: Verdichtung über den Ausgangsdruck, Transport und Speicherung (stehen auf der Seite Backup), Förderung, Ertragsteuern. Alle Preise bleiben über die Nutzungsdauer konstant; die Kapitalkosten sind deshalb ein realer Zins.
Stand 26.10.2026Wetter ERA5-Stundenwerte 2023–2025 für drei StandortePreise Day-Ahead DE-LU 2023–2025Rechnung 8.760 Stunden je Jahr
Stromversorgung
Elektrolyse
Inbetriebnahme
setzt Investitionen, Technikwerte, Abgaben und Vergleichspreise auf die Vorgabe des Jahres

Was sich mit dem Jahr ändert

Das Jahr steht für die Inbetriebnahme. Ein Klick setzt alle Werte, die sich bis dahin voraussichtlich ändern, auf die Vorgabe dieses Jahres: Investition und Kennwerte des Elektrolyseurs, Investition in Wind, PV und Batterie, die Abgaben auf Netzstrom, den CO₂-Faktor des Netzstroms und die Vergleichswerte für Erdgas, CO₂ und Import. Eigene Einstellungen an diesen Reglern werden dabei überschrieben, alle übrigen bleiben. Unter jedem betroffenen Regler steht die Vorgabe für alle drei Jahre; „eigener Wert“ zeigt an, dass die Einstellung davon abweicht.

Wie im ganzen Rechner gelten die Werte des gewählten Jahres unverändert für die gesamte Nutzungsdauer. Mit den übrigen Voreinstellungen (Hessen, AEL, Verbund, Strom zu Gestehungskosten) sinken die Kosten von 6,89 €/kg heute auf 5,62 €/kg bei Inbetriebnahme 2030 und 5,18 €/kg 2035. Vom Rückgang bis 2035 entfallen 1,59 €/kg auf den Elektrolyseur und 0,12 €/kg auf billigere Wind- und PV-Anlagen. Der Abstand zu grauem Wasserstoff aus Erdgas (heute 3,00, 2030 2,02, 2035 2,51 €/kg) schrumpft von 3,89 auf 2,67 €/kg.

Was gleich bleibt

  • Wetter und Börsenpreise: Die Stundenwerte stammen weiter aus den Jahren 2023 bis 2025. 2025 lag der Börsenpreis in 1.158 Stunden unter 20 €/MWh, im Mittel bei 89 €/MWh. Ein Strommarktszenario für 2035 kommt auf ähnlich viele billige Stunden (1.149), im Mittel aber auf 58 €/MWh, für 2030 auf 76,9 €/MWh (Pfennig et al. 2025, zitiert bei Fraunhofer CINES 07/2026). Wer Strom zum Börsenwert bewertet oder aus dem Netz kauft, rechnet für 2030 und 2035 deshalb eher zu teuer.
  • Erträge von Wind und PV: Die Volllaststunden bleiben. Die Übertragungsnetzbetreiber erwarten für die Windflotte langfristig nur einen moderaten Anstieg auf rund 2.500 Stunden, weil die spezifische Flächenleistung neuer Anlagen bei rund 300 W/m² stagniert (Szenariorahmenentwurf zum Netzentwicklungsplan 2040/2045, 06/2026).
  • Finanzierung: 7 % realer Kapitalzins für die Elektrolyse (Fraunhofer CINES für 2035: 7,2 %), 4 % für Wind und PV; dazu Nutzungsdauern und Betriebskosten von Wind und PV.
  • Verträge und Wasserstoffseite: Liefervertragspreis, Direktleitung, Wasser, Sauerstoff und Abwärme, Speicherung und Transport, Investition und Einsatzstunden der Backup-Kraftwerke.

Was sich rechtlich mit dem Jahr ändert

  • Netzentgelt: Wer bis 4.8.2029 in Betrieb geht, ist 20 Jahre befreit (§ 118 Abs. 6 Energiewirtschaftsgesetz) geltend. Nach dem AgNes-Entwurf der Bundesnetzagentur behält die Befreiung nur, wer vor der geplanten Bekanntgabe am 1.1.2027 schon in Betrieb ist oder fest bestellt hat und bis 4.8.2029 in Betrieb geht. Spätere Elektrolyseure für grünen oder kohlenstoffarmen Wasserstoff zahlen ab 2029 einen Kapazitätspreis von rund 5 €/kW·a auf die Anschlussleistung Entwurf; im Rechner sind das 2 €/MWh ab 2030.
  • Grüner Wasserstoff aus Netzstrom: Bis Ende 2029 genügt der monatliche Abgleich mit dem Liefervertrag, ab 2030 gilt die Stunde (Delegierte Verordnung (EU) 2023/1184, Art. 6) geltend. In Stunden mit Börsenpreisen bis 20 €/MWh oder unter dem 0,36-Fachen des CO₂-Preises gilt der Abgleich als erfüllt; mit den Vorgaben steigt diese Grenze von 29 €/MWh heute auf 52 €/MWh im Jahr 2035. Wer vor dem 1.1.2028 in Betrieb geht, darf bis 1.1.2038 auch Lieferverträge mit älteren oder geförderten Anlagen anrechnen (Art. 11). Der Rechner wendet in allen Jahren die Stundenregel an.
  • Umlagen: Die Befreiung von KWKG- und Offshore-Netzumlage nach § 25 Energiefinanzierungsgesetz gilt nur für Anlagen, die vor 2030 in Betrieb gehen, und ist mangels Verordnung derzeit nicht anwendbar; der Rechner setzt sie in keinem Jahr an.

Größte Unsicherheit: die Investition in den Elektrolyseur. Für 2035 setzt der Rechner 1.400 bis 1.950 €/kW an. Fraunhofer CINES rechnet mit 1.200 €/kW in Preisen von 2024 (im günstigen Fall 800 €/kW), die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) setzt 3.120 €/kW für 2025 und 1,5 % Rückgang im Jahr an, das ergibt für 2035 rund 2.700 €/kW. Mit 2.700 €/kW kostet Wasserstoff aus AEL in Hessen auch 2035 noch 6,70 €/kg, mit 1.200 €/kW 4,88 €/kg. Prognosen sinkender Kosten lagen bisher meist zu niedrig; außerhalb Chinas sind Elektrolyseure seit 2022 teurer geworden.

Standort

Standorte: Küste Nord = Dithmarschen (Schleswig-Holstein), Mittelgebirge = Vogelsberg (Hessen), Süden = Niederbayern. Das Wetter ist real; die Erträge sind auf Volllaststunden neuer Anlagen kalibriert (Wind nach Deutsche WindGuard 2024, PV nach PVGIS) und unter „Wind und PV“ einstellbar.

Die wichtigsten Stellgrößen

Strom bewertet zu
Was die drei Bewertungen bedeuten

Gestehungskosten: Die Elektrolyse zahlt für jede Kilowattstunde, die sie aus dem Park nimmt, dessen Gestehungskosten aus Investition und Betrieb, getrennt nach Wind und PV. Den Überschuss verkauft der Park auf eigene Rechnung; Gewinn oder Verlust daraus steht im Hinweis unter dem Ergebnis, nicht in den Wasserstoffkosten. Ohne Netzanschluss für den Überschuss trägt die Elektrolyse den ganzen Park, auch den abgeregelten Strom.

Börsenwert: Jede Kilowattstunde kostet den Börsenpreis der Stunde, den der Park beim Verkauf erzielt hätte; negative Preise zählen als null. So rechnet ein Betreiber, der auch ans Netz verkaufen könnte. Die FfE bewertet Strom für Elektrolyse auf diese Weise.

Liefervertrag: ein fester Preis je gelieferter Kilowattstunde nach dem Modell „pay-as-produced“ (Power Purchase Agreement, PPA). Was die Elektrolyse nicht braucht, verkauft der Abnehmer am Markt weiter; das Ergebnis daraus steht ebenfalls im Hinweis.

Wasserstoff-Gestehungskosten (LCOH), frei Elektrolyseur
–€ je kg
–
–
Volllaststunden Elektrolyse
–
Wasserstoff im Jahr
–
Spezifischer Verbrauch
–
Anfahrvorgänge
–
Stromnutzung
–
CO₂-Bilanz –
–
Rechnet …
Grauer Wasserstoff aus Erdgas
–
Import-Referenz
–
Elektrolyseur: Technik und Alterung Voreinstellung je Technik
Teillast und Mindestlast im Modell

Bei kleinem Strom sinkt die Zellspannung, die Zelle arbeitet je Kilogramm effizienter. Pumpen, Kühlung, Gasreinigung und Steuerung brauchen aber auch bei Teillast Strom, deshalb steigt der Verbrauch des Gesamtsystems bei sehr kleiner Last wieder. Das Modell bildet beides ab: Die Zellspannung steigt linear mit der Stromdichte (Regler „Kennlinie“), dazu kommt ein fester Eigenbedarf.

Unter der Mindestlast steht die Anlage still. Bei der alkalischen Elektrolyse begrenzt der Gasübertritt durch das Diaphragma die Teillast: Bei wenig Gasproduktion steigt der Wasserstoffanteil im Sauerstoff, und die Anlage muss weit unter der unteren Explosionsgrenze von rund 4 % abschalten.

Wind und PV Erträge am Standort
PV-Ausrichtung
Batteriespeicher Auslegung und Fahrweise
Fahrweise
Netz, Direktleitung und Abgaben Anbindung, Netzbezug, Überschuss
Anbindung
Überschuss
Wasser, Sauerstoff, Abwärme Betriebsstoffe und Nebenerlöse
Vergleichswerte grauer Wasserstoff, Import

Eine Woche im Betrieb

KW 12

Wie groß soll der Elektrolyseur sein?

Welche Technik passt zum Profil?

Auslastung über das Jahr

Jede Stunde des gewählten Wetterjahrs, nach Auslastung sortiert. Die Fläche unter der Linie entspricht den Volllaststunden; der Sprung auf null zeigt, wie viele Stunden die Anlage unter der Mindestlast stillsteht.

Was das Ergebnis am stärksten bewegt

günstigere Annahmeungünstigere Annahme

Änderung der Gestehungskosten in €/kg, wenn jeweils ein Wert variiert wird und alle anderen bleiben.

Werte für den Gesamtrechner

Die Seite „Speicher · H₂“ des Gesamtrechners rechnet ohne Zeitreihe. Diese Werte bilden das Stundenergebnis dort ab; der Strombezugspreis enthält dafür auch Batterie, Leitung, Wasser und Erlöse. Werte für Wasserstoff als Backup-Brennstoff stehen auf der Seite Backup.